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Branche

Aluminiumproduktion in Deutschland deutlich gesunken

Die Produktion von Aluminium in Deutschland ist im zweiten Quartal 2022 deutlich gesunken, während sich der Halbzeugsektor teilweise stabil entwickelte.
Die Produktion von Hüttenaluminium ist in Deutschland im ersten Halbjahr 2022 um 24 % gesunken, während die Herstellung von Recyclingaluminium um 18 % zurückging.

Die Produktion von Aluminium in Deutschland ist im zweiten Quartal 2022 deutlich gesunken, während sich der Halbzeugsektor teilweise stabil entwickelte.

Mit einem Rückgang von 28 % auf 93.328 t schrumpfte die Herstellung von Hüttenaluminium besonders stark, doch auch die Produktion von Recyclingaluminium ging mit 19% auf 119.585 t deutlich zurück. Auf das erste Halbjahr 2022 bezogen fiel die Produktion von Hütten- und Recyclingaluminium um 21 % auf 448.050 t. Während die Hütten unter den hohen Stromkosten leiden, ist die Recyclingbranche besonders von den hohen Gaspreisen betroffen.

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Im Halbzeugbereich lag das Produktionsvolumen im zweiten Quartal mit 675.000 t knapp unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums (-1 %). Während die Fertigung von Walzprodukten mit 520.314 t stabil blieb, verzeichneten die Hersteller von Strangpressprodukten einen Rückgang von 4 % auf 155.031 t. Im Jahresverlauf bis Juni erreichten die Halbzeughersteller insgesamt ein Volumen von 1,34 Mio. t (±0 %).

Aluminiumhütten durch Energiekrise bedroht

Hinrich Mählmann, Präsident des Branchenverbandes Aluminium Deutschland (AD), sieht die stromintensiven Aluminiumhütten in Deutschland vor existenziellen Herausforderungen: „Wenn wir nicht zeitnah eine Lösung in der Energiekrise finden, wird es bald keine Aluminiumhütten mehr in Deutschland geben. Sie sind akut bedroht. Diese industrielle Basis muss unbedingt erhalten werden. Aus leidvoller Erfahrung wissen wir, welche Folgen eine zu starke Abhängigkeit bei wichtigen Roh- und Grundstoffen mit sich bringt. Der Green Deal bleibt die wichtige Herausforderung und Aluminium ist ein Schlüssel für die Dekarbonisierung der gesamten industriellen Lieferkette. Eine schleichende Deindustrialisierung bedeutet eine Verlagerung in Regionen mit deutlich geringeren Sozial- und Umweltstandards – mit entsprechenden Folgen für das Klima. Deswegen sollten wir nicht an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen.“

Gas-Umlage sorgt für hohe Zusatzbelastung

Für die Nichteisen-Metallindustrie entstehen laut AD durch die jüngst beschlossene Gasumlage Mehrkosten in Höhe von knapp 300 Mio. EUR. Davon entfällt mit etwa zwei Dritteln der Großteil auf die Aluminiumindustrie. Gerade bei gasintensiveren Betrieben, zum Beispiel bei den für die Senkung der CO2-Emissionen so wichtigen Recyclingbetrieben, ergeben sich dadurch Zusatzkosten, die schnell in den fünfstelligen Euro-Bereich pro Mitarbeiter gehen. Mählmann dazu: „Die Gasumlage ist grundsätzlich ein erforderliches Instrument, um die Versorgung Deutschlands zu sichern. Allerdings sollte ihre konkrete Ausgestaltung nochmals überdacht werden. Die Politik ist nun in der Verantwortung, mit der gasintensiven Industrie nicht den zweiten Domino-Stein umzustoßen, nachdem sie den ersten gestützt hat. Eine zeitliche Streckung der Umlage, wie von der gesamten Industrie gefordert, wäre ein erster Schritt. Zudem sollte man in Berlin darüber nachdenken, die Über-Steuereinnahmen, die der Staat durch die hohen Energiepreise erzielt, einzusetzen, um für eine Entlastung zu sorgen. Die ohnehin stark belasteten Unternehmen erfahren durch die Umlage einen zusätzlichen Nachteil im internationalen Wettbewerb."

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