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WSM-Branchenverband fordert Industriestrompreis von 4 Cent

Der Industriehimmel ist grau: Auftragslage und Produktion sind im ersten Quartal 2023 rückläufig, der Vergleich zum Vorjahr ist negativ. 

„Der Brückenstrompreis darf maximal vier Cent betragen, darf keine Auflagen und Hürden haben und muss alle Industrieunternehmen mitnehmen“, fordert WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer.
„Der Brückenstrompreis darf maximal vier Cent betragen, darf keine Auflagen und Hürden haben und muss alle Industrieunternehmen mitnehmen“, fordert WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer.

In den Branchen des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) sanken die Bestellungen um 16 % gegenüber dem ersten Viertel 2022. Der diskutierte Industriestrompreis von sechs Cent je Kilowattstunde für energieintensive Unternehmen bringt keine flächendeckende Aufheiterung, weil zu viele auf der Strecke bleiben werden, sagt der Branchenverband. 

Alle brauchen bezahlbaren Strom – nicht nur „Auserwählte“ 

„Der Brückenstrompreis darf maximal vier Cent betragen, darf keine Auflagen und Hürden haben und muss alle Industrieunternehmen mitnehmen“, fordert WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. „Nur mit bezahlbarer Energie und massivem Bürokratieabbau kommen Industrieunternehmen zurück auf den Wachstumspfad“, ergänzt Holger Ade, Leiter Wirtschafts- und Energiepolitik beim WSM.

Der aktuelle Auftragsrückgang ist laut Statistischem Bundesamt der größte seit dem Coronaausbruch. Trotzdem sollen nicht energieintensiv produzierende Unternehmen – dank enger Definition betrifft das viele – weiterhin erdrückende Strompreise stemmen. Und so weiter an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verlieren. „Viele Betriebe der WSM-Branchen gehören nicht zum Kreis der „Auserwählten“, brauchen aber bezahlbaren Strom. Auch sie müssen fossile Energieträger ersetzen, auf erneuerbare Energien umstellen, ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren“, betont Ade.

„Politik muss umschalten“

Die Politik müsse umschalten – vom Krisenbekämpfungs- in den Zukunftsgestaltungsmodus. „Für die meisten Betriebe ist Elektrifizierung der einzige Weg zur Defossilierung. Deutschland kann die Klimaziele nur erreichen, wenn Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen bekommen, mit denen sie zugleich wettbewerbsfähig sind“, unterstreicht Vietmeyer. Ade ergänzt: „Sie brauchen eine langfristige Planungssicherheit. Nur das kann die Abwanderung stoppen, nur so sind wieder Investitionen am Standort Deutschland möglich.“ 

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