HAI-COO Markus Schober (l.) und HAI-CEO Rob van Gils.
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HAI-COO Markus Schober (l.) und HAI-CEO Rob van Gils.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit liegt bei HAI in der Unternehmens-DNA

Ein erklärtes Ziel der HAI-Gruppe ist es, durch ständige Innovationen die Nachhaltigkeit von Aluminiumerzeugnissen kontinuierlich zu steigern.

HAI Hammerer Aluminium Industries, Ranshofen, ist ein Familienunternehmen und verantwortungsvolles Wirtschaften ist in der Firmenpolitik fix verankert. Dazu zählen nicht nur nachhaltige Produktionsprozesse, sondern auch Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit, gemeinnütziges Engagement und die Förderung lokaler Beschaffung, aber auch langfristige MitarbeiterInnen, Kunden- und Lieferantenbeziehungen.

HAI beschäftigt sich bereits seit der Unternehmensgründung 2007 mit Kreislaufwirtschaft und Recyclingprozessen und kann sich so zu einem Vorreiter in der europäischen Aluminiumindustrie zählen. Der CO2-Ausstoß liegt deutlich unter dem europäischen Durchschnitt und bei einem Bruchteil des weltweiten Wertes. Man hat sich bereits 2019 bewusst für Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen entschieden und das Ziel, bis 2025 25 % der Gruppenemissionen einzusparen, bereits 2022 erreicht und sogar deutlich unterboten.

Seit 2020 werden bei HAI Ökobilanzen zur Bewertung der Produkte erstellt. Die Erreichung der Ziele zur Dekarbonisierung gelingt durch Umsetzung einer Vielzahl an Einzelmaßnahmen. Nachhaltige Unternehmensführung, Aluminium-Recycling, Green Sourcing und Green Energy sowie umweltfreundliche Prozesse bilden die Säulen dafür. Mit den SustainAl-Legierungen, die über einen hohen Recyclinganteil verfügen, bietet HAI seinen Kunden eine „grüne“ Alternative zu bestehenden Standardlegierungen.

Die ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie macht HAI zum Vorreiter im Aluminiumleichtbau. Durch den Einsatz von durchschnittlich 80 % Recyclingmaterial und von Primäraluminium aus zertifizierter Produktion, das vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, ist das Unternehmen ein Vorreiter beim Klimaschutz. „Unsere Kunden verfolgen ambitionierte Emissionsziele. Mit unseren Aluminium-Produkten sind wir ein starker Partner in der Zielerreichung – und das in allen drei Absatzbereichen – Transport, Industrie und Bau“, unterstreicht HAI-CEO Rob van Gils die nachhaltige Ausrichtung der Gruppe.

Legierungsvarianten SustainAl 2.0 und SustainAl 4.0

Das Engagement für nachhaltige Performance mündete bei HAI in gefragten Produkten. Seit Anfang 2021 bietet HAI den Kunden mit den Legierungsvarianten SustainAl 2.0 und SustainAl 4.0 die Möglichkeit, auf einfache und transparente Weise einen nennenswerten Beitrag zur nachhaltigen Produktion zu leisten. „Die Qualitätseigenschaften Oberfläche und mechanische Parameter der Legierungen sind konform zu unseren klassischen Produkten“ erläutert Markus Schober, COO der HAI-Gruppe, der sich bei HAI bereits seit vielen Jahren mit den Themen Dekabonisierung und Kreislaufwirtschaft beschäftigt. Der CO2-Fußabdruck der Legierungen SustainAl 2.0 und SustainAl 4.0 liegt weit unter dem europäischen Durchschnitt. Kunden erhalten Zertifikate über die im Vergleich zum europäischen oder weltweiten Durchschnitt mit SustainAl eingesparten Tonnen CO2 je Projekt oder über den gewünschten Zeitraum.  Somit haben auch Kunden, die nicht ihren gesamten Aluminiumextrusionsbedarf mit SustainAl decken, die Möglichkeit einzelne Projekte zu bewerten und zu vermarkten oder einfach und transparent einen Beitrag zu ihrer Nachhaltigkeitsstrategie nachweisen zu können.

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Überzeugende Ökobilanz

Da die Nachfrage nach den neuen Legierungen stetig wächst, hat HAI dazu eine Ökobilanz (Life Cycle Assessment, LCA) erstellt. Danach beläuft sich das CO2e/t Aluminiumbolzen für die Legierung HAI Standard auf ca. 4 bis 6 t, für HAI SustainAl 4.0 auf max. 4 t und für HAI SustainAl 2.0 auf max. 2 t. Bei der HAI SustainAl 2.0 setzt HAI bis zu 80 % Recyclingmaterial ein. Bei der HAI SustainAl 4.0 werden sowohl Bolzen von ausgesuchten externen Lieferanten als auch eigene Aluminiumbolzen verwendet. Damit kann HAI seinen Kunden nachhaltige Produkte anbieten, die technologisch keinerlei Nachteile mit sich bringen. „Die gesamte Kapazität der beiden Gießereien kann für die Produktion der nachhaltigen Legierungen eingesetzt werden. Die hohe Verfügbarkeit schaffen wir durch den Einsatz von Prozess- und Altschrotten“, erklärt Markus Schober. HAI verspreche keine Lösung mit sehr hohem Anteil an Altschrotten, die dann kaum oder nur in geringen Mengen lieferbar sei. Im EU-Durchschnitt sind nur 10 – 20 % des Recyclingmaterials Altschrotte. Wir sind der Überzeugung, dass es auch bei nachhaltigen Aluminium-Legierungen um hohe Verfügbarkeit und ein ehrliches, zuverlässiges Produkt geht. Das erwarten unsere Kunden und genau diese solide, nachhaltige Lösung können wir mit SustainAl 2.0 und SustainAl 4.0 liefern.“

Auch beim eingesetzten Primäraluminium geht man bei HAI „grüne Wege“. HAI hat mit Century Aluminium einen Liefervertrag für 150.000 t Natur-Al-Aluminium über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschlossen und somit ein Primärprodukt zur Verfügung, dass zu 100 % mit Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird.

Der österreichische Aluminium-Spezialist Hammerer Aluminium Industries (HAI) Ranshofen, setzt auf Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Foto: HAI
Der österreichische Aluminium-Spezialist Hammerer Aluminium Industries (HAI) Ranshofen, setzt auf Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Investitionen und Ausblick

HAI setzt den dynamischen Entwicklungskurs der letzten Jahre fort und hat Anfang 2023 ein Investitionspaket über 125 Mio. EUR in die Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe vorgelegt. Die Umsetzung der geplanten Investitionen läuft auf vollen Touren und schreitet an allen Standorten zügig voran.

Nachdem im Jahr 2022 eine 60-MN-Extrusionslinie am Standort Ranshofen installiert wurde, wird im nächsten Jahr eine weitere hochautomatisierte 60-MN-Extrusionslinie mit allen vor- und nachgelagerten Produktionseinrichtungen für die Extrusion Ranshofen in Betrieb gehen. Die HAI-Gruppe entwickelt sich am Standort Ranshofen zum Technologieführer für Aluminiumkomponenten für den Transportsektor. Die neue Anlage produziert hochkomplexe Aluminiumprofile mit hervorragenden Crash-Eigenschaften für alle namhaften OEMs in Europa.

Die vorhandene Logistikfläche in Ranshofen platzte aus allen Nähten. Daher geht Ende 2023 ein großes, hochmodernes Logistikzentrum mit Halle, Lager und Verladebereich in Betrieb.

Auch am rumänischen Standort Cris wird in eine hochautomatisierte Strangpresslinie mit entsprechender Infrastruktur investiert und damit die Produktionskapazität deutlich erweitert. Die Produktion in Cris ist auf hochwertige Produkte für die Bereiche Solar, Bau und Industrie ausgerichtet. Für die Kunden aus dem Solarbereich fertigt  HAI hier Aluminiumprofile für Montagesysteme aller Arten aus CO2-reduzierten Aluminiumprofilen.

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Eine tragende Säule bei HAI sind auch gute strategische Partnerschaften. So expandierte der Aluminiumexperte im heurigen Jahr über die Grenzen Europas hinaus und gründete mit dem koreanischen Unternehmen LS Cable & System ein gemeinsames Unternehmen als Joint Venture. Auch hier ist man auf einem guten Weg – ab dem Frühjahr 2024 wird dort mit dem Bau einer Halle für eine Strangpresslinie mit ebenfalls 60-MN gestartet.

Die schwächelnde Konjunktur und die Entwicklung der Energiepreise hat die Aluminiumindustrie heuer besonders stark getroffen. Wohin der Weg 2024 führt, ist auch bei HAI schwer einschätzbar. Aber das Unternehmen hat eine breite Ausrichtung und die zunehmende Bedeutung von Aluminium-Leichtbau sowie von nachhaltigen Aluminiumprodukten spielt dem Optimismus bei HAI in die Hände.

Die HAI-Gruppe

Hammerer Aluminium Industries beschäftigt 2.100 Mitarbeiter. Das 2007 gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz im oberösterreichischen Ranshofen sowie acht weitere Standorte in Deutschland, Rumänien, Polen und Südkorea. HAI blickt zurück auf eine besondere Erfolgsgeschichte. Hier vereinen sich Dynamik und Innovationsgeist eines jungen Unternehmens mit der Erfahrung eines Traditionsbetriebs. 2022 erzielte HAI in den drei Produktionsbereichen Casting (Gießerei), Extrusion (Strangpressen) und Processing (mechanische Weiterverarbeitung) einen Umsatz von 990 Mio. EUR. Die Produkte der HAI-Gruppe findet man sowohl im Baubereich als auch in der Automobil- und Transporttechnik, in der Elektrotechnik sowie im Maschinen- und Anlagenbau.

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