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Automobil

Halbjahresbilanz: Deutscher Pkw-Markt leicht erholt

Die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland sind im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich gestiegen, bleiben jedoch weiterhin unter dem Vorkrisenniveau

Im Juni liefen 389.900 Pkw von den Bändern der Automobilhersteller in Deutschland, das ist ein Plus von 31 % gegenüber dem Vorjahresmonat

In Deutschland wurden im Juni 280.100 Pkw und damit 25 % mehr Fahrzeuge als im Vorjahresmonat neu zugelassen. Die Halbjahresbilanz fällt mit 13 % (1,4 Mio. Einheiten) ebenfalls positiv aus. Dennoch ist der Abstand zum Vorkrisenniveau weiterhin groß: Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 liegen die Neuzulassungen 24 % darunter. 

Neuzulassungen von reinen E-Autos entwickeln sich dynamisch

Auch die Elektro-Neuzulassungen entwickelten sich im Juni positiv. Der deutsche Markt für Elektro-Pkw stieg im Vergleich mit dem Vorjahresmonat um 18 %. Neu angemeldet wurden im Juni dieses Jahres 69.000 E-Pkw. Zwar gab es bei den Plug In-Hybriden (PHEV) erneut einen deutlichen Einbruch: 15.900 neu registrierte Einheiten bedeuteten einen Rückgang um 39 % im Vergleich zum Juni des Vorjahres. Die Neuzulassungen von neuen rein batterieelektrischen Pkw (BEV) stiegen im Vergleich mit dem Juni 2022 dagegen um rund 64 % auf 53.000 Einheiten an. Sie entwickelten sich damit auch deutlich dynamischer als der Pkw-Gesamtmarkt. In den ersten sechs Monaten des aktuellen Jahres wurden insgesamt 299.500 E-Pkw abgesetzt. Das sind 2 % weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Auftragseingänge rückläufig

Bei den deutschen Herstellern gingen im abgelaufenen Monat die Auftragseingänge aus dem Inland weiter zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im Juni dieses Jahres 20 % weniger Bestellungen registriert. Im ersten Halbjahr gaben die Inlandsaufträge um 27 % im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum nach. Der ausländische Auftragseingang lag im Juni 12 % unterhalb des Vorjahresniveaus. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gingen sie um 5 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum zurück. Insgesamt wurden im Jahresverlauf bisher 9 % weniger Aufträge registriert als in der ersten Jahreshälfte 2022.

Pkw-Produktion steigt

Das Produktionsniveau in deutschen Produktionsstätten der Automobilindustrie lag im Juni zum vierzehnten Mal in Folge über dem des jeweiligen Vorjahresmonats. Es liefen im abgelaufenen Monat 389.900 Pkw von den Bändern. Das sind 31 % mehr als im Juni 2022. Im ersten Halbjahr wurden insgesamt gut 2,2 Mio. Pkw produziert. Das entspricht einem Plus von 32 % im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum. Trotz der positiven Tendenz der vergangenen Monate verbleibt auch das Produktionsniveau noch signifikant unterhalb des Vorkrisenniveaus. So wurden in den ersten sechs Monaten des aktuellen Jahres noch 10 % weniger Fahrzeuge hergestellt als im ersten Halbjahr des Vor-Corona-Jahres 2019.

Ein Grund für die gestiegene Pkw-Produktion ist die Entspannung in den Lieferketten. „Mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Situation und die Entwicklung der Auftragseingänge ist zu erwarten, dass die hohen Zuwachsraten sich demnächst abschwächen dürften. Der hohe Auftragsbestand wird dabei langsam abgebaut, liegt aber noch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt“, kommentiert Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie.

Export im Plus

Ähnlich wie die Produktion entwickelte sich im Monat Juni der Export: Es wurden 296.500 Pkw an Kunden in aller Welt ausgeliefert. Das sind 28 % mehr als im Vorjahresmonat. Im aktuellen Jahresverlauf stieg der Export von Pkw im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt deutlich an: Knapp 1,7 Mio. exportierte Einheiten bedeuten einen Anstieg von 32 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

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